Wie das W3C am letzten Donnerstag mitteilte, wird die Entwicklung von XHTML2 Ende 2009 zu Gunsten von HTML5 eingestellt. Das W3C möchte mit diesem Schritt seine Position bezüglich der Zukunft von HTML klarstellen und die Entwicklung von HTML5 beschleunigen.
Diese Entscheidung kann ich nur befürworten, da XHTML2 einfach zu scharfe Anforderungen an Web-Entwickler stellt. Beispielsweise müssen Dokumente mit dem application/xhtml+xml Content-Type ausgeliefert werden, was den Browser anweist, den XML-Parser zu benutzen. Nachteilig dabei ist, dass auch nur der kleinste Fehler die Anzeige des Dokuments verhindern und der Browser dies mit einer Fehlermeldung quittieren würde.
Wenn man nun bedenkt, wie viele Webseiten immer noch mit diversen Web-Baukästen von Webhostern zusammengeschustert werden, würde dies früher oder später zu einer mittleren Katastrophe führen. Weiterhin produziert auch noch längst nicht jedes CMS validen XHTML-Code. Erschwerend kommt hinzu, dass letzeres auch nicht immer durch einfache Algorithmen sichergestellt werden kann.
Ein weiterer Punkt ist die fehlende Abwärtskompatibilität von XHTML2, die mit der bisherigen „Tradition“ von HTML & Co. bricht. Mit den im vorigen Absatz erwähnten Punkten wäre also nicht jedes XHTML1-Dokument automatisch auch valides XHTML2 – mit den entsprechenden (oben erwähnten) Folgen.
Einige werden nun „Juhuu!“ schreien, aber einige Dinge an XHTML2 haben mir auch sehr gut gefallen und über die Einbringung dieser Dinge in HTML5 sollte deshalb zumindest nachgedacht werden:
<img src="bild.png" href="target.html"> möglich.img-Element ist kein Standalone-Tag mehr, d.h. es gibt nun <img>…</img>, wobei es auch kein alt-Attribut mehr gibt und der Alternativtext jetzt zwischen den beiden Tags steht. Somit ist auch eine leichtere Zuordnung von Bildunterschriften möglich ohne dabei auf Barrierefreiheit verzichten zu müssen.h1 bis h6 angewiesen. Durch ein neues Element h würde die Verschachtelungstiefe vom Parser erkannt und die Überschriften entsprechend formatiert werden.Dies sind nur einige Dinge, die ich mir für HTML5 wünschen würde, die aber in der jetzigen Referenz nicht enhalten sind. Aber die Entwicklung läuft ja noch und vielleicht werden sie noch eingebracht.
Alles in allem ist die Idee hinter XHTML2 nicht schlecht. Aber für die meisten Menschen ist eben die damit verbundene gewünschte endgültige Trennung von Layout und Inhalt nicht so einfach. HTML5 ist daher eher ein Entgegenkommen und Zugeständnis seitens des W3C.
Danke an Peter Kröner, der mich in seinem Blog darauf hingewiesen hat!
blogeum ist das persönliche Weblog von Christian Gürtler – seines Zeichens begeisterter Webworker und Programmierer. Er studiert gegenwärtig Angewandte Informatik an der TU Chemnitz.
Immer auf dem Laufenden mit den Einträgen aus dem Weblog als Atom-Feed. Nunmehr 72 Abonnenten!
Christian: Hallo, interessante Funktion. Ich denke ich werde das Beispiel für JavaScript…
Tobias Neumann: Hallo, interessante Funktion. Ich denke ich werde das Beispiel für JavaScript…
Christian: OK, den Zugriff auf "superglobale" Objekte wie window habe ich nicht bedacht.…
ChrisB: Auf diese Weise haben wir auch JSON geparsed, aber ohne Sicherheitsbedenken.…
Martha: Das wundert mich auch. Rot ist doch eine Warnfarbe. Ich kann mir das auch nur…
© 2009–2010 Christian Gürtler
Die Blog-Inhalte stehen unter einer Creative Commons-Lizenz.