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Brauchen wir ein „www“ in der URL?

Datum15. Januar 2010 · Kommentare1 Kommentar · Schlagwörterhttp, server, url, web

Im Netz haben sich zwei Lager etabliert, die seit längerem über einen speziellen Aspekt von URLs im Internet streiten. Die Initiative www. is not deprecated setzt sich für ein „www“ in der URL ein, wenn ein Webserver identifiziert werden soll, beispielsweise www.example.com. Die Anhänger von www. is deprecated votieren entsprechend dagegen, also nur example.com. Doch worum genau geht es in diesem Streit?

Ich habe mir einmal die Argumente beider Lager angesehen und versucht die echten objektiven Vorteile bzw. Nachteile eines „www“ in der URL herauszufinden.

Argumente für www

  • Bessere Wiedererkennung

    Im Allgemeinen ist eine Internetadresse (sei es in der Werbung, auf Visitenkarten oder anderen Webseiten) mit vorangestelltem www für Menschen leichter als solche zu erkennen.

  • Automatiserte Verarbeitung

    Eine Internetadresse mit www-Präfix lässt sich über automatiserte Systeme (z.B. reguläre Ausdrücke) besser erkennen und verarbeiten.

  • Suchmaschine und Verlinkung

    Der durchschnittliche Internetnutzer neigt durch jahrelange „Erziehung“ dazu, jede URL vorsichtshalber mit einem www zu versehen. Dies führt dazu, dass ein Webmaster, der der Argumentation von no-www.org folgt, von Suchmaschinen abgestraft wird, weil seine Seite von diesen Menschen immer mit vorangestelltem www verlinkt wird. Suchmaschinen unterscheiden jedoch sehr genau zwischen Adressen mit und ohne www.

Argumente gegen www

  • Browser sind intelligent

    Moderne Webbrowser finden in den meisten Fällen die korrekte URL, ob mit oder ohne www. Wenn ein Benutzer aus Bequemlichkeit nur example.com eingibt, wird der Browser zunächst versuchen den Server unter http://example.com zu erreichen, bevor er auf http://www.example.com ausweicht. http:// wird also immer ergänzt, wenn es nicht explizit angegeben wird. Warum also noch ein www anfügen, wenn es im Fall der Fälle sowieso ergänzt würde? Dies geht einher mit dem nächsten Punkt.

  • Erleichterung für den Benutzer

    Seitenbetreiber haben oft das Problem, dass Subdomains von Benutzern nicht erreicht werden (können), weil diese gewohnheitsmäßig immer ein www voranstellen (s.o.). Demnach würde ein Benutzer einer Subdomain sub.example.com ein www-Präfix geben, wodurch er versuchen würde auf die nicht existierende Subdomain www.sub.example.com zuzugreifen. Dem Nutzer sollte also klar gemacht werden, dass www nur eine überflüssige Subdomain ist. no-www hätte in diesem Fall also erzieherische Wirkung.

  • www ist kein Protokoll wie HTTP oder FTP

    Daher kann das www in der URL weggelassen werden, wenn damit ein Webserver identifiziert werden soll. Für andere Dienste, wie FTP, sind die Protokollangaben in der URL zuständig. http://example.com für einen Webserver und ftp://example.com für einen FTP-Server. Ebenso ist ftp://www.example.com denkbar, was unsinnig erscheint.

Nichts forcieren!

Nun ist es leider nicht so einfach der einen oder anderen Seite einen Vorzug zu geben und deren strikte Forderung durchzusetzen. Diese zielt darauf ab, nur eine URL mit www oder ohne zuzulassen und die andere unerreichbar zu machen (sog. Class C Compliance bei no-www).

Doch längst nicht jeder Internetnutzer ist technisch versiert und kann den Unterschied ausmachen. Im schlimmsten Fall würde er die Seite für nicht erreichbar halten, weil die Variante mit www nicht funktioniert.
Daher sollte man sich aus Kompatibilitätsgründen für eine Methode entscheiden und eine Umleitung für die andere einrichten (Class B Compliance).

# no-www für Apache-Webserver

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www\.(.+)$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://%1/$1 [R=301,L]

Entsprechend kann man dies auch für yes-www erreichen:

# yes-www für Apache-Webserver

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^example\.com$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.example.com/$1 [R=301,L]

So verhindert man nebenbei auch doppelte Inhalte (sog. Duplicate Content), die sonst entstehen könnten, weil Suchmaschinen www.example.com und example.com wie zwei verschiedene Adressen behandeln.

Abseites von beiden Lagern hat sich eine vermutlich Parodie auf diese Problematik etabliert. www.www.extra-www.org setzt sich für ein zusätzliches www in jeder URL ein. :-)

In diesem Blog habe ich mich für die no-www-Variante entschieden und lasse alle Anfragen nach www.blogeum.de auf blogeum.de umleiten.

Wie geht Ihr mit dieser Angelegenheit um? Seid Ihr Anhänger von no-www oder yes-www oder ist es Euch egal?

Bild vom Autor

Über den Autor: Christian

Im April 2007 habe ich dieses Blog aus der Taufe gehoben und schreibe seitdem unregelmäßig über interessante Themen. Gegenwärtig studiere ich den Masterstudiengang Data & Web Engineering an der TU Chemnitz. Über einen Besuch meiner Profile bei Twitter, Google+ und XING würde ich mich freuen.

Kommentare

  1. Gravatar

    ull
    19. Januar 2010, 14:35 Uhr

    no-www is doch klar.
    Das wichtigste argmuent fehlt aber noch, es is kuerzer.

    In der realitaet kommt man aber nicht um die weiterleitung rum.
    Nervig is das ganze uebrigens auch in verbindung mit ssl zertifikaten...

 

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