SSD-Optimierungen für Windows 7 - Teil 2
09. April 2012 ·
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Im ersten Teil habe ich einige Möglichkeiten beschrieben, Windows 7 und Vista fit für eine SSD zu machen und dabei gleichzeitig unnötige Schreibzugriffe zu Gunsten der Lebendauer der SSD zu reduzieren. Im Web sind jedoch noch viele weitere Tipps im Umlauf, die teilweise überflüssige Optimierungen vorschlagen aber auch teilweise ganz nützlich sein können. Im Folgenden also noch ein paar weitere Tuningmaßnahmen für Windows 7 und Vista und eine Übersicht der überflüssigen Methoden.
Weitere Tuningmaßnahmen
Prefetcher deaktivieren
In Windows XP führte Microsoft den sogenannten Prefetching-Mechanismus ein. Dieser dient dazu, häufig benutzte Dateien für den Bootvorgang oder den Start von Programmen besser zu organisieren. Normalerweise sind nämlich diese Dateien gewissermaßen über die Festplatte verstreut und der Schreib-/Lesekopf muss sich immer wieder neu positionieren, um diese Dateien gänzlich zu lesen. Eventuell muss die selbe Datei sogar mehrmals gelesen werden, wodurch sich dieser Prozess wiederholen kann. Stark vereinfacht beschrieben, zeichnet der Prefetcher nun auf, welche Dateien (und Fragmente dieser Dateien) beim Booten und Starten häufig benötigter Programme gebraucht werden und sortiert sie alle drei Tage mit Hilfe der Windows Defragmentierung so um, dass sie sequentiell – also ohne Neupositionierung des Schreib-/Lesekopfes – gelesen werden können (siehe dazu auch Microsoft Windows Internals).
Weil bei einer SSD der Zugriff auf verschiedene Speicherzellen wahlfrei erfolgen kann, ist eine solche automatische Optimierung natürlich unnötig und darf getrost abgeschaltet werden, um Speicherplatz und Schreibzugriffe zu sparen. Hierzu ist ein Eingriff in die Systemregistrierung erforderlich. Der zu ändernde Wert EnablePrefetcher befindet sich unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters. Normalerweise ist hier ein Wert von 3 vorgegeben, wodurch der Bootprozess und Programmstart optimiert wird. Als SSD-Besitzer sollte man ihn auf 0 ändern, um den Prefetcher vollständig abzuschalten. Ein Neustart ist anschließend noch erforderlich.
Persönliche Anwendungsdaten verschieben
Webbrowser (z.B. Firefox oder Chrome) und Mailprogramme (z.B. Thunderbird) sind Beispiele für Programme, die ihre Anwendungsdaten bevorzugt unter C:\Users\[Benutzername]\AppData\ ablegen und dadurch für vermehrte Schreibzugriffe verantwortlich sind, wenn C:\ die Systempartition auf der SSD ist. Wenn sie an diesem Ort auf der SSD liegen, sorgen sie jedoch nicht unbedingt für erhöhte Anwendungsperformance. Sie können also, wenn vorhanden, auf eine herkömmliche Festplatte verschoben werden, was zum einen Schreibzugriffe einsparen kann und zum anderen lassen sich Backups vereinfachen, weil sie an einem zentralen Ort gesammelt werden können.
Unnötige Maßnahmen
Auslagerungsdatei deaktivieren
Ein häufig vorgeschlagener Tipp, um Schreibzugriffe zu reduzieren ist, die Auslagerungsdatei (Swap) vollständig abzuschalten. Wenn genügend Arbeitsspeicher (RAM) zur Verfügung steht, mag das kein Problem sein. Sollte jedoch einmal mehr Speicher benötigt werden als vorhanden ist, kann Windows nun nicht mehr einen Teil des RAM auf der Festplatte oder SSD auslagern und so „Platz schaffen“. Daher sollte auch bei ausreichend großem Arbeitsspeicher die Auslagerungsdatei erhalten bleiben und lediglich in der Größe reduziert werden (wie im vorigen Teil beschrieben), um SSD-Speicherplatz zu sparen. Zudem kommen Untersuchungen von Microsoft selbst zu dem Schluss, dass das Verhältnis von Lese- zu Schreibzugriffen auf die Auslagerungsdatei (pagefile.sys) rund 40:1 ist, also nach 40 lesenden gerade einmal ein schreibender Zugriff erfolgt. Bei ausreichend großem RAM sollten theoretisch noch weniger oder gar keine Schreibzugriffe nötig sein.
Wenn jemand von euch noch mehr Optimierungstipps kennt und sie womöglich sogar verwendet, dann ab damit in die Kommentare.
Bild: Intel Free Press via Flickr
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