10 Tipps zu jQuery
Durch Peter Kröner bin ich auf eine interessante Präsentation von Paul Irish gestoßen. In der Präsentation weist Paul auf 10 Dinge hin, die ihm beim Durchlesen der jQuery-Source aufgefallen sind.
Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen sich das Video anzuschauen.
Im Folgenden möchte ich auf ein paar Dinge hinweisen, die ich auch noch nicht kannte und die mir speziell aufgefallen sind:
Selbstaufrufende Funktionsdefinition
(function myfunc(param) {
// Funktionsrumpf hier einfügen
})(myvar);In obigem Code wird eine (anonyme) Funktion namens myfunc(param) erstellt, die direkt im Anschluss mit dem Parameter myvar aufgerufen wird.
Zeitgesteuerte Wiederholungen
Wenn man ein Ereignis oder eine Funktion nach einer bestimmten Zeitspanne immer wieder wiederholen will, gibt es in JavaScript die Methode setInterval(func, delay). Nachteilig ist aber, dass die Funktion funcimmer nach der Ablauf der Zeitspanne delay aufgerufen wird, egal ob func längere Zeit zur Ausführung benötigt als delay. So kann es zum „Stau“ kommen.
setInterval(function() {
myfunc();
}, 100);Wenn myfunc() im Beispiel länger als 100 Millisekunden zur Ausführung benötigt, wird trotzdem nach 100 Millisekunden myfunc() erneut aufgerufen, usw. Doch mit der eben definierten selbstaufrufenden Funktionsdefinition kann man dem entgegenwirken:
(function myloop() {
myfunc();
setTimeout(myloop, 100);
})();myfunc() wird nun erst vollständig abgearbeitet und erst dann nach einer Wartezeit von 100 Millisekunden wird myloop() und damit myfunc() erneut aufgerufen.
Einen Nachteil hat die Lösung aber trotzdem in meinen Augen: myloop() wird rekursiv aufgerufen und erzeugt dadurch natürlich einen Overhead der bei häufiger periodischer Ausführung nicht zu unterschätzen ist.
Elementfilter
In jQuery lassen sich relativ einfach alle Elemente eines bestimmten Typs finden. $(':password') findet beispielsweise alle Passwortfelder. Doch diese Methode ist sehr langsam, weil per Definition alle Elemente innerhalb des DOM durchgegangen werden und geprüft wird, ob die Elemente vom Typ password sind (also quasi $('*:password')).
Beschleunigen lässt sich das ganze, indem man ein wenig spezifischer wird. Den Typ password können nur Input-Felder haben. Also ist es sinnvoll, die Auswahl ein wenig einzuschränken. $('input:password') sucht nur nach Input-Felder vom Typ password, was wesentlich schneller ist.
Das Gleiche gilt auch für die Filter text, radio, checkbox, file, password, submit, image, reset und button.
JSON-Parsing
JavaScipt Object Notation ist ein einfaches Datenaustauschformat auf der Basis von anonymen JavaScript-Objekten. In JavaScript kann man so ein JSON-Objekt theoretisch einfach über eval() auswerten. Aber wie die sicherheitsbewussten unter euch wissen, ist eval() evil!
jQuery nutzt deshalb nativ die browsereigenen JSON-Parsing-Methoden. Für den Fall, dass diese nicht existieren (bspw. in älteren Browsern), haben sich die jQuery-Entwickler eine andere trickreiche Implementierung überlegt, ohne auf eval() zurückgreifen zu müssen:
var x = (new Function('return ' + jsonobj))()Es wird schlicht ein neues Funktionsobjekt erzeugt, welches dann das JSON-Objekt zurückgibt. Auf diese Weise haben wir auch JSON geparsed, aber ohne Sicherheitsbedenken. Denn im Gegensatz zu (siehe Kommentare) Trickreich, stimmt’s?eval() darf das Funktionsobjekt nur auf seinen eigenen Namensraum und Gültigkeitsbereich zugreifen und nicht auf den globalen. Daher kann es nicht zum Überschreiben von Variablen, Objekten, usw. kommen.
jQuery-Performance
Abschließend möchte ich auch noch auf einen Vortrag von Paul Irish zum Thema „jQuery Anti-Patterns for Performance & Compression“ hinweisen, der einiges noch einmal aufgreift und vertieft. Für jeden jQuery-Entwickler ein Muss!


